Erstmalig kommt mit dem dritten Teil der Assassin's Creed Reihe eine Multiplayer-Option hinzu. Seit gestern können Spieler, die einen Zugangsschlüssel erhalten haben, z.B. wenn sie Pre-Order Kunde (=Kunden, die Assassin's Creed Brotherhood vorbestellt haben) sind, die Beta-Version (letzter großer Test vor der eigentlich Veröffentlichung) zwei Wochen lang testen und bekommen bereits erste Einblicke in das neue Spiel Assassin's Creed Brotherhood.
Das Spielprinzip des Multiplayers ist recht einfach. Weltweit sind Spieler über das Internet miteinander verbunden und werden in Gruppen aufgeteilt, wo sie dann an einem Schauplatz wie Rom, Siena oder Castle Gandolfo aufeinander treffen. Jeder Spieler kann in eine andere Assassinenrolle schlüpfen. Zur Auswahl stehen derzeit der Ingenieur, der Adlige, der Priester, der Henker, der Arzt, die Kurtisane, der Herumtreiber und der Barbier.
Haben alle ihren Charakter und ihre Fertigkeiten gewählt, beginnt ein Katz- und Mausspiel. Per Zufall werden die Spieler auf die Karte, die aber nicht einsehbar ist, verteilt. Jeder Spieler bekommt einen anderen Spieler als Ziel, welches er eliminieren soll, vorgegeben. Also ist man gleichzeitig Jäger wie Gejagter.
Dabei ist es nicht unerheblich wie man sich bei der Jagd verhält. Eliminiert man sein Ziel im Geheimen und Stillen, bekommt der Spieler mehr Erfahrungspunkte, als wenn er sich eine wilde Verfolgungsjagd mit seinem Ziel liefert. Erfahrungspunkte werden jedem Spieler abgezogen für jeden Zivilisten, den er versehentlich tötet.
Ist man Gejagter so bekommt der Spieler bei einer erfolgreichen Flucht ebenfalls Erfahrungspunkte.
Eine Sitzung dauert zehn Minuten. In dieser Zeit ist es unerheblich wie oft man stirbt. Ist ein Spieler gestorben, so wird er anschließend wieder ins Spiel gebracht und bekommt ein neuen Auftrag zugewiesen.
Sein Ziel verfolgt der Spieler über einen Kompass in Form eines Kreises. Je näher er seinem Ziel kommt, desto ausgefüllter ist der Kreis. Neben der Ortungsfunktion zeigt der Kompass auch den Status an, ob das Ziel in Sichtweite ist. Ist das Ziel in Sichtweite, sollte man es vermeiden auffällige Aktionen wie beispielsweise Rennen durchzuführen. Verhält sich der Jäger ungeschickt, dann bemerkt der Verfolgte ihn und kann flüchten. Sollte sich ein anderer Assassine in der Nähe aufhalten, der einen zum Ziel hat, und sich auffällig benimmt, so wird dies einem angezeigt. Man hat dann die Wahl der Flucht oder kann auch einen Betäubungsschlag durchführen und dann letztendlich flüchten.
In welche Assassinen-Rolle der Spieler schlüpft, ist nicht von Bedeutung. Alle Charaktere spielen sich gleich und verfügen über die gleichen Fähigkeiten. Fähigkeiten sind an das Stufensystem gebunden. Hat man genug Erfahrungspunkte gesammelt und steigt eine oder mehrere Stufen auf, dann stehen dem Spieler neue Fähigkeiten zur Verfügung. Diese Fähigkeiten umfassen zum Beispiel Verkleiden, Sprint, Rauchbomben und versteckte Pistolen und sind sehr nützlich bei der Jagd und der Flucht.
Neben diesen Fähigkeiten sollte der Spieler auch seine Umgebung mit einbeziehen. So kann er sich wie üblich in Heuwagen verstecken, arglos auf Bänken sitzen oder in einer Menschenmenge untertauchen. Der Reiz des Spiels am Anfang besteht darin auszuprobieren, welche Taktik am besten funktioniert. Eine Verfolgung im Sinne des Codex beansprucht viel Zeit, da man sich in den meisten Fällen seinem Ziel nur langsam nähert. Zudem besteht die Gefahr, dass man, bevor man selbst sein Ziel erreicht, von einem anderen Spieler eliminiert wird oder das ein anderer Spieler, der das gleiche Ziel wie man selbst hat, einem zuvor kommt. Verhält man sich dagegen auffällig, um schneller zu seinem Ziel zu gelangen, dann macht man damit womöglich die eigenen Verfolger und das Ziel auf sich aufmerksam.
Die Balance zwischen den Modi Auffällig und Unauffällig zu halten, ist nicht einfach. Sein Verhalten kann man aber durchaus anpassen, denn wenn man einen oder mehrere Verfolger hat, wird dem Spieler das im Spielbildschirm angezeigt.
Dem Spieler wird also einiges abverlangt: Ziel orten, seine Aktionen an die Situation anpassen und gleichzeitig die Stati im Auge behalten.
Leider ist in Europa der Modus Allianz, wo Spieler Teams bilden und gegeneinander antreten, nicht spielbar, so dass sich oben Geschriebenes nur auf den Modus Gesucht bezieht. Ebenso scheint die Karte Siena im europäischen Raum nicht zur Verfügung zu stehen. [Nachtrag: Karten und Modi müssen offensichtlich von der Community freigespielt werden, indem bestimmte Ziele erreicht werden. Die Karte Siena ist seit kurzer Zeit spielbar.]
Die insgesamt drei Karten spielen sich recht unterschiedlich. In Rom muss man weitere Strecken zurücklegen als im Castle Gandolfo. Die Qualität der Grafik ist gut wie gewohnt und vergleichbar mit den Singleplayer-Spielen Assassins Creed 1 und 2. Auch die Internetverbindung, wenn man denn nicht gerade die beste hat, beeinflusst das Spiel in keinster Weise. Das Spiel läuft sehr flüssig.
Die Steuerung des Charakters ist gleich geblieben. Da alle Charaktere nur über eine Hauptwaffe verfügen, entfällt der Waffenwechsel, was die Steuerung vereinfacht. Die Fähigkeiten wurden auf die Spezialtasten (PS3-Version: Schultertasten) gelegt.
Fazit: Multiplayer Spiel, welches durchaus Potential hat, aber nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt und mehr für den Spaß zwischen durch geeignet ist.
Das Video ist bei Youtube frei verfügbar, ich empfehle trotzdem, es erst ab einem Alter von 16 Jahren anzuschauen - schließlich gilt dies auch für das Spiel.
| Stufe | 20 (max. Stufe in der Beta-Version) |
|---|---|
| Bevorzugter Charakter | Arzt, Barbier |
| Weltlistenrang | 2992 (16.10.2009) |
| Fähigkeiten | Verkleidung, Sprint, Rauchbombe, Verwandlung, Anrempeln, Doppelgänger, Gift |
Um die Mittagszeit kam der Key von Ubisoft per E-Mail mit einer Installationsanleitung und dem Handbuch zur Beta-Version. Das Herunterladen der Beta-Version von ca. 3 GB hat entsprechend viel Zeit in Anspruch genommen (ungefähr 2 1/2h).
Das Menü des Multiplayers ist sehr übersichtlich und im gewohnten Stil. Als erstes ist es empfehlenswert das Einführungsspiel zu spielen. Der Schauplatz ist Rom und man kann sich ein wenig in die Steuerung einfinden. Dem Spieler wird die Basis des Multiplayers beigebracht mit einer eingängigen Erläuterung der Elemente. Zur Probe soll dieser drei Ziele eliminieren. Nachteilig ist aber, dass es nur eine einseitige Einführung gibt. Ist man später der Gejagte, so ist man anfangs mit den ganzen Stati, auf die man noch achten muss, überfordert. Diese können aber wenigstens im Handbuch nachgelesen werden mit den damit verbundenen Aktionen wie z.B. der Betäubungsschlag. Auch gibt es keine Einführung zu den Fähigkeiten, die man im Laufe des Spiels erlangen kann. Es wäre wünschenswert, wenn dies noch mit aufgenommen werden würde.
Nach dem Einführungsspiel erhält der Spieler bereits die ersten Erfahrungspunkte und gelangt auf Stufe 2.
Dann ist es Zeit für das erste öffentliche Spiel. Die erste Runde war recht angenehm, da offenbar die teilnehmenden Spieler auch noch keine perfektionierte Spieltaktik hatten. Insgesamt nahmen sechs Spieler teil. Nach dieser 10 minütigen Runde und einem Rückspiel schaffte man es mit den erworbenen Erfahrungspunkten auf Stufe 3.
Die zweite Runde war ziemlich frustrierend. Spieler, die wohl schon den ganzen Tag dran saßen, erledigten einen im Minutentakt. Die Karte von Castle Gandolfo ist recht beengt und so hatten die Verfolger einen schneller gestellt als einem lieb war. Da man den Dreh noch nicht ganz raus hatte und auch noch nicht mit der Situation zurecht kam ein Verfolgter zu sein, war dies recht ernüchternd. Auch entfiel es mir, dass bereits eine Fähigkeit freigeschaltet war. Hier war der Verzicht auf ein Rückspiel sinnvoll.
Richtig gut lief es in der dritten Runde. An die Beengtheit der Karte Castle Gandolfo hatte man sich nun gewöhnt und es kam zu Situationen, die sehr abstrus waren. Mein Ziel war gerade dabei sein eigenes Ziel zu eliminieren - kam dann aber nicht mehr dazu. Dummerweise brach die Internetverbindung zusammen und so lösten sich die überdurchschnittlich viel erworbenen Erfahrungspunkte in Luft auf.
Letzter Versuch für diesen Tag: Runde 4: Diesmal in Rom mit einer ziemlich weitläufigen Karte. Hier machte man die umgekehrte Erfahrung aus Runde drei. Gerade hatte ich zum Schlag gegen mein Ziel ausgeholt als ein Verfolger meines Charakters schneller war, eine ziemlich frustrierende Situation.
Eine Verfolgungsjagd wurde durch einen Spieler mit einer höheren Stufe schnell beendet, da dieser eine Rauchbombe einsetzen konnte. Diese setzt den Kontrahenten für kurze Zeit außer Gefecht. So konnte mein Ziel fliehen. Das Fliehen und Verstecken an sich, ist einfacher als das Eliminieren. So fiel die Hälfte der gesammelten Erfahrungspunkte auf die erfolgreiche Flucht. Diese reichten aus um Stufe 4 zu erreichen.
In der ersten Runde mit zwei Rückspielen neue Kleinigkeiten entdeckt. Sieben, zweitweise acht, Spieler tummelten sich in Rom. Im Defensivverhalten erhält man nicht nur für die Flucht Erfahrungspunkte, sondern auch wenn man jemanden durch Verkleidung in die Irre führt und der Verfolger statt dessen einen Zivilisten (Doppelgänger) ermordet.
Außerdem hat es sich als erfolgreich bewährt zu rennen solange das Ziel einen nicht sieht. Man wurde unerwarteterweise seltener von seinen Verfolgern erwischt. Es kann aber auch damit zusammenhängen, dass jede Gruppenzusammenstellung ein neues Verhalten vom Spieler erfordert. Man wird es in Zukunft sehen. Höhepunkte waren ein Attentat im Sturzflug von den Dächern und das Erwischen eines Ziels, das gerade seine Rauchbombe zur Flucht einsetzten wollte.
Die Erfahrungspunkte aus den drei Sitzungen haben für das Erreichen der 6. Stufe ausgereicht.
Heute ging es direkt nach Castle Gandolfo. Leider kann man sich die Karte, auf der gespielt und wo man eingeteilt wird, nicht aussuchen. Die Gefahr auf dieser Karte ständig Doppelgänger zu töten statt das eigentliche Ziel, ist sehr hoch. Normalerweise würde man dadurch Erfahrungspunkte verlieren. Diese Regel scheint auf dieser Karte nicht zu greifen, was durchaus fair ist.
Auffällig ist, dass die Spielercommunity recht ausgeglichen ist und man durchaus Chancen hat den Satz "Sie liegen in Führung." während einer Sitzung zu hören. Neulingen merkt man es durchaus an, dass die Erfahrung bisweilen fehlt, hat man es aber zwei bis vier Stunden gespielt, dann stellt sich ein Gleichgewicht ein, so dass es nie einen Spieler geben wird, der alle anderen übertrumpft. Von daher ist es ein gutes Konzept, dass Spieler nicht dauerfrustriert oder gelangweilt sind.
Heute nun ist die Karte Siena spielbar. Offensichtlich hat Ubisoft eine Art Freischaltmechanismus. Hat die Community bestimmte Ziele erreicht z.B. Gesamtanzahl der Eliminierungen, werden Optionen freigeschaltet. Das ist für eine Beta-Version ein wenig merkwürdig.
Siena spielt sich wie eine Mischung aus den Karten Rom und Castle Gandolfo. Im Vergleich gefällt mir Rom am besten, da der Spieler mehr Freiheiten hat. Das Bonisystem ist viel komplexer als erwartet. So bekommt man nicht nur einen Bonus für diskretes und lautloses Auftreten, sondern auch für Serien, Rache und Platzierungen.
Sein eigenes Verhalten muss man an das Spiel der Mitspieler anpassen. Manchmal hat man es recht einfach, da die Mitspieler meist im auffälligen Modus spielen und manchmal kommt man auf keinen grünen Zweig, da alle sehr unauffällig spielen und es dort dem Zufall überlassen ist, wie weit weg das Ziel von einem selbst ist und man es noch erreicht bevor die Verfolger einen einholen.
Sehr nervig sind öffentliche Spiele, wo eine Gruppe von Spielern per Mikrophon miteinander kommunizieren. Das macht wenig Sinn im Modus Gesucht, da dort jeder gegen jeden spielt. Leider muss man sich den Blödsinn, den sich dort die Spieler zurufen mit anhören, was die Spielatmosphäre stark beeinträchtigt und man teilweise Stati, die neu eintreten und durch ein Audiosignal auf sich aufmerksam machen, gar nicht mitbekommt. Eine Option, wo man diese Kommunikation ausschalten kann, wäre angebracht. Habe ich aber im Spiel direkt nicht gefunden.
Am 13. Oktober wurde der Modus Allianz freigeschaltet. In drei Zweierteams treten die Spieler gegeneinander an, wobei schon im Vorhinein feststeht, welches Team den Verfolger stellt und welches Team man selbst zum Ziel hat. Die Person, die man dann verfolgt, kann noch einmal optional gewählt werden.
Der Modus an sich ist recht unspektakulär, da er kaum zu überraschenden Momenten im Spiel führt, was daran liegt, dass so gut wie alle Spieler durchgängig im auffälligen Modus spielen, da die eigenen Verfolger bekannt sind. Zudem ist es auch negativ, dass man durch die optionale Spielerwahl häufig durchgängig zwei Verfolger an den Fersen hat und kaum selbst zum Verfolgen kommt. Meiner Meinung nach geht der Charme dann ein Stück weit verloren.
In der Endpunkteabrechnung zieht man auch keinen Vorteil aus dem Team, sondern bekommt nur die Erfahrungspunkte, die man selbst gemacht hat, statt die Summe des Teams.
Im Erfahrungspunktesystem wäre es allgemein wünschenswert gewesen, wenn das Betäuben eines Verfolgers ebenfalls honoriert werden würde. Wird ein Spieler betäubt, so bekommt er ein neues Ziel ähnlich wie bei einer erfolgreichen Flucht, nur dass der entflohene Spieler belohnt wird.
Gespannt darf man sein, was Ubisoft mit dem erfolgreichen Testlauf mit über einer Million Spieler noch ändern, ausbessern oder hinzufügen wird. Da es zur Zeit nur drei spielbare Karten gibt, ist davon auszugehen, dass es weitere geben wird. Schauplätze aus den vorherigen Spielen sollten ausreichend Material liefern und vielleicht kann man sich dann als Spieler auch in Florenz oder Venedig tummeln. Ein Karteneditor ist ebenfalls denkbar. Etwas fragwürdig ist noch, inwiefern man das Erscheinungsbild seiner Charaktere beeinflussen darf und ob dies überhaupt sinnvoll ist. Ein individualisiertes Aussehen des Charakters würde unweigerlich den Nutzen des in der Masseabtauchens herabsetzen. Diese Option ist bereits vorhanden in der Beta-Version, aber inaktiv gewesen.
Zudem hat es sich als eine gute Strategie bewährt, wenn man sich bis zur ca. 7. Minute von den Punkten her im Mittelfeld aufhält, erst dann seine Effektivität ungestört steigert und so einen höheren Platz erreicht, der, wenn man sich unter den ersten drei befindet, mit 200 Punkten extra belohnt wird. Je höher man innerhalb einer Spielrunde platziert ist, desto mehr Verfolger hat der Spieler und desto häufiger stirbt er auch.